Übersetzungen aus dem Arabischen

Die Zahl der arabischen Übersetzer in Deutschland ist trotz einer Zunahme in den vergangenen Jahren sehr gering geblieben. Deshalb ist die Zahl der in Deutschland verkauften Bücher aus dem Arabischen, ungeachtet aktueller Konfliktlinien, nach wie vor marginal. Ausnahmen sind nur diejenigen Autoren, die in Französisch, Deutsch oder auch Niederländisch publizieren. Obwohl derartige Projekte zuletzt stärker gefördert wurden, änderte sich bisher wenig, was nicht zuletzt an der Sprache selbst liegt.

Die Übersetzung Arabisch – Deutsch stellt den auch den kundigen Übersetzer stets vor eine anspruchsvolle Aufgabe Arabisch gehört zu den Weltsprachen und basiert in seiner Grundform auf der im Koran verwendeten Variante. Allerdings unterscheidet sich die gesprochene Sprache zum Teil ganz erheblich von diesem klassischen Arabisch, das als Muttersprache eigentlich nirgends zum Einsatz kommt. Die Anzahl der Dialekte ist aufgrund der ausgesprochen großen Verbreitung auf der ganzen Welt fast unüberschaubar und für europäische Sprachgelehrte kaum fassbar. Dabei ist das Erlernen des Arabischen ausgesprochen langwierig und vor allem zeitaufwendig. Die Vergütung der Übersetzer durch die Verlage dagegen ist kein Anreiz, sich derartiger Aufgaben anzunehmen.

Ein erstes Hindernis ist schon allein die Arabische Schrift mit ihren 28 Zeichen. In der Türkei und einigen der ehemaligen Sowjetrepubliken wurde Anfang des 20. Jahrhunderts damit begonnen, das Arabische mit lateinischen Buchstaben zu schreiben. Noch wesentlich schwieriger gestaltet sich das Studium der arabischen Grammatik, die selbst für arabischstämmige Personen ein großes Lernpensum bedeutet. Mit einsetzender Verbreitung des Buchdrucks wurden die arabischen Schriftzeichen, den technischen Gegebenheiten angepasst. Deshalb sind ältere arabische Handschriften für europäische Übersetzer ohnehin kaum lesbar. Alle diese Gründe tragen dazu bei, dass arabische Texte hierzulande bisher nur sehr wenig Beachtung fanden.

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