Europareise von Staatschef Muammar al-Gaddafi

Abgelegt in Verschiedenes von admin Dienstag März 11, 2008

Muammar al-Gaddafi in Europa:

Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi besuchte im Rahmen seiner Europareise den französischen Präsidenten Sarkozy in Paris und den spanischen König Juan Carlos in Madrid. Grund für die Reise des libyschen Revolutionsführers sollte Wiederaufbau und die Verbesserung der libysch-europäischen Beziehungen und Kooperation sein. Da diese Zusammenkünfte, vor allem von politischer Seite in Frankreich, im Kreuzfeuer der Kritik standen, wurde dieses Vorhaben jedoch massiv erschwert.

Gaddafi in Paris
Erste Station auf der Europareise Gaddafis war Präsident Sarkozy in Paris. Schon im Vorfeld war der Besuch des libyschen Staatschefs in Frankreich stark umstritten und sorgte für Aufruhr bei zahlreichen Gruppierungen von Zivilisten über Menschenrechtsvertreter bis hin zu angesehenen Politikern, wobei die Kritik sowohl Gaddafi als auch Sarkozy selbst traf. Die Welle der Empörung ebbte auch während des Besuchs Gaddafis nicht ab: widersprüchliche Aussagen Sakozys und Gaddafis im Bezug auf die Verhandlungen der Einhaltung von Menschenrechten in Libyen, der Besuch einiger französischer Sehenswürdigkeiten wie dem Schloss Versaille und die Champs Elysée sowie der Besuch des Grabs von Charles de Gaulle, heizten die spannungsgeladene Atmosphäre in Frankreich nur weiter auf.

Abgesehen von den Tumulten um den Besuch Gaddafis hatte das Zusammentreffen mit dem französischen Präsidenten Sarkozy noch andere Folgen:
Ergebnis des Aufenthaltes von Gaddafi in Paris ist die Unterzeichnung von Verträgen, die hauptsächlich Lieferungen im Bereich der Luftfahrt (Airbusse, Helikopter, etc.) bestätigten, was Frankreich einige Milliarden Euro und vor allem einen langersehnten wirtschaftlichen Aufschwung verspricht.

Wie zu erwarten war, machte die Kritik vor diesen Vereinbarungen auch nicht halt, sodass weitere Auseinandersetzungen innerhalb Frankreichs folgen. Wie sich diese neuartige Beziehung von Libyen und Frankreich weiterentwickelt bleibt daher noch abzuwarten.

Gaddafi in Madrid
Nach seinem Besuch in Frankreich reiste der libyische Machthaber Gaddafi weiter nach Madrid, wo er von König Juan Carlos und Königin Sofia empfangen wurde.
Anders als in Frankreich, gab es in Spanien wenig Wirbel um den Besuch des Staatschefs von Libyen, lediglich in der Presse wurde vor dem Besuch Kritik laut, die jedoch bis zum offiziellen Besuch abebbte. Damit blieb es ruhig, sodass die Zusammenkunft ohne größere Schwierigkeiten verlaufen konnte. Nach Aufenthalten in Sevilla und Málaga, die eher privater Natur waren, traf sich Gaddafi zu einem Abendessen mit Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero und besuchte anschließend ein Staatsbankett, auf dem er auf bedeutende Größen der spanischen Wirtschaft traf.

Die Ergebnisse der Verhandlungen mit Spanien aussichtsreich, aber bisher noch reversibel. Spanien ließ sich nämlich nicht wie Frankreich auf konkrete Verträge mit Libyen ein, sondern vereinbarte vorläufig nur Investitionsförderungen in Bereichen wie z.B. der libyschen Infrastruktur und der Energieversorgung. Noch sind die Beziehungen Libyens mit Europa sehr labil und werden eher mit Skepsis betrachtet. Es wird wahrscheinlich auch noch lange dauern bis diese massiven Barrieren überwunden sind und man von einer beständigen Kooperation reden kann. Die Zeit muss noch zeigen, inwieweit diese ersten Tendenzen aufrechterhalten und weiter ausgebaut werden können - der erste Schritt ist jedoch bereits getan.

Quellen:

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